Die Frei-religiösen ...

  • sind undogmatisch und stehen nicht mehr auf dem Boden des Christentums.
  • betrachten Religion als Weg des Menschen zu sich selbst.
  • sehen die Welt als Einheit an und teilen sie nicht in Diesseits und Jenseits.
  • begreifen folgerichtig den Menschen ebenso als Einheit und spalten ihn nicht in Körper und Seele.
  • sehen den Menschen aber als Teil der Schöpfung an, zu der Geburt und Tod gehören.
  • betrachten die Erde nicht als Durchgangsstation auf dem Wege in ein besseres Leben nach dem Tode oder in die ewige Verdammnis der Hölle, sondern als Heimat, die Geborgenheit geben kann.
  • treten ein für Geistes-, Glaubens- und Gewissensfreiheit, für Religion der Selbstbestimmung, für die Erhaltung der Natur.

 

Helmut Manteuffel Pfarrer i. R.

 

 

 

 

Rahmenkonzept für die Kindertagesstätte
der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach am Main

 

Kinder sollen ihre Wertentscheidungen

für Gut oder Böse, Recht oder Unrecht

nicht aus Angst vor Geboten oder Verboten treffen,

sondern aus freien Stücken,

aus selbstgewonnener Einsicht heraus,

und die Erwachsenen haben die pädagogische Pflicht,

ihnen dafür überzeugende Orientierungshilfen zu geben,

nicht anhand von Geboten oder Verboten von gestern,

sondern im Hinblick auf die drängenden Kriterien von morgen.

 

Unser Ziel ist es nicht,

den Kindern unsere Ansichten einzuprägen,

sondern ihre eigenen Anschauungen zu wecken,

sie nicht mit unseren Augen,

sondern mit ihren eigenen

die Welt sehen und erforschen zu lassen.

Frei-religiöse Gemeinde Offenbach

Die Frei-religiöse Gemeinde zu Offenbach am Main, Körperschaft des öffentlichen Rechts, staatlich anerkannte und kirchensteuerhebeberechtigte Religionsgemeinschaft im Lande Hessen, gegründet am 9. März 1845, will mit diesem Konzept Sorge dafür tragen, den pädagogischen Rahmen und die Grundlagen der pädagogischen Arbeit für die Kindertagesstätte durchschaubar zu machen.

Als zentrale Aufgabe und Zielsetzung unserer Arbeit sehen wir die Unterstützung der Selbstbildungsprozesse der uns anvertrauten Kinder.

Grundlage der Erziehungsziele sind die im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) genannten Aufgaben, nach denen die Entwicklung des Kindes hin zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit unterstützt werden soll (KJHG § 1, 1 und § 22, 1). Der Auftrag umfasst die Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes. Deshalb muss sich das Konzept an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientieren – pädagogisch und organisatorisch. Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes müssen somit eine Einheit bilden, in die auch die Eltern einzubeziehen sind.

Kinder im Rahmen der Institution Kindertagesstätte zu betreuen bietet eine wesentliche Chance, die familiäre und schulische Erziehung zu ergänzen. Den pädagogischen Fachkräften fällt damit die Aufgabe zu, als Ansprechpartner für die Kinder bei Sorgen und Nöten, aber auch beim Teilen der Freude da zu sein. Dazu bedarf es einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Fachkräften und Kindern.

Die Kinder sollen gerne in die Einrichtung kommen, sie sollen Spaß haben, sich wohl fühlen, Fehler machen dürfen, lernen wollen, beteiligt sein und ihrem eigenen Lebens-, Spiel- und Lernrhythmus folgen können. Dabei sollen sie die Bedürfnisse anderer achten lernen. Um das leibliche und seelische Wohl der Kinder zu gewährleisten, wird die Aufsichts- und Fürsorgepflicht von den pädagogischen Fachkräften verantwortlich wahrgenommen. Es gilt dabei der Grundsatz:

So viel Freiheit wie möglich; so viel Begrenzung wie unbedingt nötig.

Das Interesse am Neuen, die Offenheit für Erfahrungen und die Bereitschaft zu stetiger Überprüfung der eigenen Orientierung der Kinder anzuregen und zu fördern ist Inhalt der Bildung in der Kindertagesstätte. Auftrag der pädagogischen Fachkräfte ist es damit, die Lust der Kinder am Lernen durch eine anregungsreiche Umgebung und vielfältige Möglichkeiten zu unterstützen und anzuregen. Die Kindertagesstätte soll eine „Forschungsinstitution“ für Kinder sein, in der sie sich in den für sie relevanten Bereichen selbst bilden und ihr Wissen erweitern können. Es sollen Impulse geschaffen werden, die für die individuellen Möglichkeiten jedes einzelnen Kindes entscheidend sind, eigene Bildungswege zu beschreiten und diese in Zusammenarbeit mit den Fachkräften und den anderen Kindern zu teilen und weiter zu entwickeln. Die Kinder sind dabei als mögliche Impulsgeber zu würdigen und in die Umsetzung dieser Impulse unbedingt mit einzubeziehen.

Die Erziehung in der Kindertagesstätte hat das Ziel, das Selbstverständnis und die Fähigkeiten der Kinder zu stärken, ihre Bereitschaft zur gewaltfreien Konfliktlösung zu fördern, Toleranz und Kritikfähigkeit zu schaffen und weiter zu entwickeln sowie Interesse an Neuem, Lebensfreude und Spaß am Lernen zu erhalten und zu festigen. Dabei sind die vielfältigen Einflüsse „von außen“ immer zu beachten. Verständnis für die und Wertschätzung der Kinder und ihrer Handlungen müssen grundsätzlich beachtet werden und durch Aufmerksamkeit, Fürsorge und Interesse gegenüber den Kindern zu einer Respektierung der Autonomie, der Eigenständigkeit und der Würde der Kinder führen. Eine religiöse Indoktrination findet nicht statt.

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